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Auf den ersten Blick scheint sich hinter dem Namen "Vokalkreis Bielefeld" nicht viel Aufregendes zu verbergen. Er klingt ein wenig nach verstaubten Gesangbüchern, nach biederem Vortrag und zünftigem Liedgut. Aber weit gefehlt! Das sechzehnköpfige 1986 gegründete Ensemble bietet A-cappella-Kunst auf hohem Niveau und geht in der Programmgestaltung ausgefallene Wege. Davon kann sich das Hamburger Publikum zum Beispiel am kommenden Sonntag in der Aula der Fachhochschule überzeugen. Da präsentiert der Vokalkreis in Zusammenarbeit mit der Bühnenmalerin und Illustratorin Kartin Bethge ein multidimensionales Projekt zu dem Motto "Wellenklänge".
Die Idee zu diesem Thema stammt von Hans-Hermann Möller, einem der letzten beiden übrig gebliebenen Gründungsmitgliedern des Ensembles (das seinen Sitz mittlerweile in Hamburg hat). Er regte auch die Zusammenarbeit mit Katrin Bethge an, die bereits mehrfach für Theater- und Tanzperformances gearbeitet hat und die mit dieser Aufführung gleichzeitig ihre Diplompräsentation für die Fachhochschule Hamburg ablegt.
Das Konzept des Abends sieht so aus: Alle für das Programm ausgewählten Kompositionen haben auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit Wasser zu tun, und manche versuchen, diesen Inhalt tonmalerisch umzusetzen. So zum Beispiel das Stück "miniwanka" von R. Murray Schaefer, das mit improvisatorischen Elementen und geräuschhaften Klängen arbeitet. Diese Werke erklingen jedoch nicht im Rahmen eines "normalen" Konzerts, sondern werden von Overhead-Projektionen begleitet, die die Illustratorin probenbegleitet entwickelt hat. Auch die Bewegungen des Chores fließen als choreografischer Bestandteil in die Gesamtkonzeption mit ein. So soll ein für alle Zuhörer und -schauer neuartiges, audio-visuelles Kunsterlebnis entstehen.