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Sie zischten, röhrten und blubberten, und ihre Zuhörer in der Aula der Fachhochschule Armgartstraße dankten mit minutenlangen Ovationen.
Wo andere Chöre aufhören, da fängt der "vokalkreis bielefeld" erst an. "Wellenklänge" heißt das Projekt, dass das 15-köpfige Ensemble zusammen mit der Bühnenmalerin Kathrin Bethge verwirklichte. Ein ums große Thema "Wasser" geordnetes Programm mit einer Vielzahl von Chorwerken zeitgenössischer Komponisten. Das Ganze war eingebettet in anregende Licht- und Farbenspiele, die eine ausgefeilte Overheadtechnik auf die etwa 20 Quadratmeter große Leinwand warf. Motto: Das Auge hört ja auch mit. Die elegante Choreografie der Vokalisten trug zum überzeugenden Gesamteindruck bei.
Nun beherrschte der Vokalkreis nicht nur die avantgardistische Chorsprache perfekt, sondern entfaltete im Laufe der 75-minütigen Performance auch bei klassischen Klängen von Reger, Brahms oder dem herzergreifenden Spiritual "Deep River" Klangschönheit und Perfektion. Keine Frage, mit "Wellenklänge" hat der überaus ambitionierte Vokalkreis den Chor-Event der Zukunft skizziert, jenseits von weißen Blusen und artigen Liedvorträgen. Nur der Name, der geht eigentlich nicht. Vokalkreis klingt wie Studienkreis, klingt wie Nachhilfe. Und die hatte der Vokalkreis bei seinen "Wellenklängen" wahrhaft nicht nötig!