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Das war einfach großartig. Und niemanden, der am Sonntagabend in St. Petri das Ensemble „vOkabile“ hörte, hat diese außergewöhnliche Aufführung unberührt gelassen. Die Besucher und Besucherinnen erlebten eineinhalb Stunden voller Virtuosität. Sie berauschten sich am Klang der wunderschönen Stimmen und an einer eindringlichen Inszenierung, die in dieser Form ihresgleichen such,
Das Konzept von „vOkabile“, Altes mit Neuem zu verbinden und mit Hilfe anderer Kunstformen um ungewöhnliche Facetten zu erweitern, geht auch im aktuellen Programm „Missa“ auf.
„Ordinarium Missae“ werden die feststehenden Texte des christlichen Gottesdienstes genannt, eine in Jahrhunderten entstandene Form, die die Feier in verschiedene Abschnitte gliedert, die sich aber auch als Abfolge unterschiedlicher menschlicher Gefühlswelten deuten lässt: Zwischen Flehen und Jubel, zwischen Geborgenheit, Trauer und Zuversicht. „vOkabile“ hat sich aufgemacht, den emotionalen Ablauf musikalisch nachzuzeichnen und stellt den fünf Teilen der „Missa super Sancta Maria“ von Jacobus Gallus aus dem 16. Jahrhundert zeitgenössische Kompositionen gegenüber, die mit anderen Mitteln arbeiten, gleichwohl aber ähnliche Gefühle vermitteln. In diesem Spannungsfeld erscheinen die Worte in einem neuen Licht, werden vielfältig erfahrbar. „vOkabile“ beschreitet völlig andere Wege. Nicht nur inhaltlich, auch dramaturgisch - formiert sich das Ensemble doch während seines Konzerts bei jedem Stück neu im Raum und bewegt sich nach einer pointierten, dabei völlig unaufdringlichen und deswegen umso faszinierenderen Choreographie.
Flehen und Jubel, Geborgenheit, Trauer und Zuversicht: Die Besucher werden Teilnehmer einer „Messe“ der besonderen Art, was nicht nur den 13 Gesangsvirtuosen zu verdanken ist, sondern auch ihrem kongenialen Sprecher, dem Schauspieler Alexander Weise. Er begleitet den Vortrag mit alten und neuen Texten und schlägt mit Heiner Müller, Eric-Emmanuel Schmitt und Max Frisch einmal mehr eine Brücke ins Hier und Heute.
Ohne Zugabe entlässt das begeisterte Publikum „vOkabile“ nicht in den Abend.