Mit Tönen malen
„vOkabile“ & „Elb`an Flutes“ in der Süsterkirche

Mit „Zwischenwelten“, ein Chorkonzert auf den musikalischen Spuren von Elfen und Engeln, erlebte das Publikum ein kleines, in sich geschlossenes Kunstwerk. Die musikalische Bandbreite reichte von Josquin Desprez (ca. 1450 bis 1521) bis zur Vertonung der „Ersten Elegie“ von Rilke durch Einojuhani Rautavaara. Der rote Faden waren Stimmungswelten, Musen - und Nymphenwelten, Unter - und Oberwelt.
„vOkabile“ acht Sänger und sieben Sängerinnen, 1986 als „Vokalkreis Bielefeld“ gegründet, bringen die Welten mit ihren Stimmen zum Leben, sie malen mit Tönen. Leuchtende Soprane und runde, sehr volle Bässe bilden den Klangrahmen. Ob als Solo oder in den verschiedensten Konstellationen, immer wieder bestechend runder und voller Klang, genaue Einsätze und die scheinbare Mühelosigkeit auch in hohen Tonlagen. „Sleep“ von Eric Whitacre (1970) wird sicher noch lange in den Ohren der Zuhörer nachklingen mit der beeindruckenden Entwicklung zum pianissimo.
„Elb`an Flutes“, ein Flötistinnenquartett aus Hamburg macht in diesem Konzert ihrem Namen alle Ehre. So, wie sie mit Elbe und Elben und Flut und Flöten (engl. Flute) spielen, so einfallsreich sind auch ihre Interpretationen. Stafan Thomas „Inherent Patterns“ (1968) ließen von den Augen des Publikums verschreckte, fliehende Elfen entstehen, der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Erstaunlich welch musikalische Effekte mit Flöten produziert werden können. Das genaue, virtuose Zusammenspiel sorgte für einen ausgeglichenen, durchsichtigen Klang.
Mit einer ausgeklügelten aber völlig unaufdringlichen und dadurch umso eindringlicheren Choreografie wurde zusätzliche Spannung erzeugt und die musikalischen Bilder verstärkt. So erklang das „Klagelied der Seelen“ von Hendrik Badings aus der Sakristei und wenn der Gesang der Elfen vorbei ist, wie in „Die Töchter der Elfenkönigin“ von Veljo Tormis (1930) dann werden sie, sehr zur Freude des Publikums, von den Flöten verscheucht.
Ein beglücktes und sehr zufriedenes Publikum wurde mit einer Zugabe belohnt.

aus der Neuen Westfälischen vom 28.04.2010, Autorin: Heide Schmidt
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